Soeben lese ich im Google Blog, dass Google Infrastruktur bereitstellen will und in den USA 1GB-Glasfaserverbindungen anbieten möchte. Vorerst soll dies in einem Feldversuch durchgeführt werden.
Google bewegt sich also Richtung ISP und will damit neue Anwendungen ermöglichen, die entsprechende Bandbreiten benötigen. Die wachsenden Auslagerungen von Anwendungen in die Cloud wird dazu führen, dass Firmen und vermehrt auch Privatanwender (Thema IPTV, Konvergenz) höhere Bandbreiten benötigen, ansonsten sind solche Applikationen einfach nicht sinnvoll zu gebrauchen. Wieso Server selber betreiben, wenn man Applikationen und Daten sicher, kostengünstig und performant im Rechenzentrum hosten kann? Zwei Flaschenhälse bei der Entscheidung dieser Fragen hat es allerdings bisher gegeben: Reicht die Internetverbindung aus, um vernünftig arbeiten zu können, und die Grundsatzfrage, ob ich meine Daten auf einem fremden Server haben möchte. Das erste Problem ist eine reine Zeitfrage, und Google wird das mit seinem Schritt beschleunigen. Die zweite Frage lässt sich nur durch weitergehende Transparenz und die volle Kontrolle über Daten und Applikationen entkräften.
Die Telcos und Kabelbetreiber als Wettbewerber werden sich nach dieser Ansage auf Gegenwind einstellen müssen. Eine aktuelle Studie von AT Kearney zeigt auf, dass die Minutenpreise im freien Fall sind und 2013 nur noch kostendeckend sein werden. Datenservices können dies bisher nur in geringem Maße kompensieren, man wird sehen, wie sich LTE entwickeln wird.
Where will Google go next? Man sollte die Akquisitionen im Auge behalten. Eine schöne Liste findet sich hier bei Wikipedia.
