Letzte Woche war es wieder soweit. Zum fünften Mal trafen sich in Berlin namhafte Experten der Computerspielebranche im Rahmen der Deutschen Gamestage. Schwerpunkt war zum einen die Entwicklerkonferenz sowie die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises.
Schwerpunkt meiner Aktivität war neben der Vernetzung auf hochkarätigen Abendveranstaltungen wie dem Matchmaking-Dinner im Palais am Festungsgraben sowie der legendären Roof-Party bei der Games Academy vor allem der Besuch der Venture Capital Lounge. Im Rahmen dieses Formates hatten kapitalsuchende Firmen bzw. Projekte die Chance, sich kurz potenziellen Investoren bzw. Partnern zu präsentieren.
Was ist das Fazit aus dem dreitägigen Messebesuch, insbesondere für Unternehmen, die externe Finanzierungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen möchten:
a) Browser-Games: conquer and rule
Im Mittelpunkt des Interesses stehen weiterhin die extrem erfolgreichen Anbieter von Browsergames wie bigpoint, Gameforge oder gamigo. Diese bieten Entwicklern ihre Marktmacht gegen entsprechendes Revenue-Sharing an. Jeder Entwickler muss selbst beurteilen, ob er die bestehende Maschinerie der Giganten nutzen möchte, um schnell und effektiv an den Markt zu gelangen oder entsprechende Strukturen selbst aufzubauen.
b) Fördermittel weiter im Kommen
Die Standorte Berlin, Hamburg und München buhlen mit entsprechenden Förderprogrammen um die Ansiedlung und Entwicklung attraktiver Games-Projekte. Dies trifft insbesondere auf den Bereich der Prototypenförderung zu. Senator Wolf gab bei der Begrüßung der Teilnehmer der Deutschen Gamestage bekannt, dass das Land Berlin im Rahmen des Serious Games Awards im Jahr 2009 4,5 Mio. € Fördermittel vergeben hat und sein Engagement im Bereich Games weiter steigern will. Ebenso positiv äußerte sich auf einer Abendveranstaltung Stefan Klein, Projektleiter der gamecity:Hamburg Initiative.
c) Klassische Investoren: Mangelware
Techfokussierte VCs, sicherheitsbedürftige Bänker oder Business Angels waren bei der Quo Vadis nur begrenzt präsent. Games werden immer noch als sehr contentlastig wahrgenommen, ohne wirklichen Investitionsschutz über Technologie bzw. abgesichertes Skalierungspotenzial. Interessanter waren Kontakte zu erfahrenen und erfolgreichen Web 2.0-Gründern, die mit Startkapital und strategischem Input den Einstieg ins Games-Segment planen.
